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Gedanken zum Sakrament
Zeichen und Symbole der Taufe
Das Taufsakrament in unserer Pfarrei (Handhabung)
Gedanken zum Sakrament

Die Taufe steht heute - im Gegensatz zur Praxis der jungen Kirche - fast immer am Anfang eines
jungen Lebens. Wenn Eltern sich dazu entschließen, ihr Kind taufen zu lassen, dann sagen sie damit
laut und deutlich "Ja". Dieses "Ja" setzen sie wie ein Vorwort vor das Leben ihres Kindes und ahnen
zu diesem Zeitpunkt vielleicht nur ansatzweise, wie viele Seiten diese mutige Zustimmung im Leben
ihres Kindes aufschlägt.
Mit der Taufe sagen zunächst die Eltern "Ja" zu ihrem Kind. Sie nehmen das Kind als ein
Geschenk an, an dem sie sich freuen dürfen, das sie aber niemals ganz besitzen werden. Dies
ist ein echtes Wagnis: Noch wissen weder Mutter noch Vater, ob ihr Kind sich einmal so entwickelt,
wie sie es sich erträumen. Sie müssen sogar damit rechnen, dass es eigene Wege gehen wird,
die den Eltern gar nicht behagen. Trotzdem stehen die Eltern zu ihrem Kind und sagen - wie bei
einer Blankovollmacht - laut und deutlich "Ja".
Auch die Kirche sagt in der Taufe "Ja" zum Kind. Sie nimmt den jungen Erdenbürger in ihre
Gemeinschaft auf und verspricht ihm, ihn auf seinem Lebensweg zu begleiten; und sogar zu
stützen, wenn es einmal nötig sein sollte. Das klingt zunächst sehr abstrakt, wird
aber spätestens dann konkret, wenn das Kind einen Platz im Kindergarten sucht. Das Leben kennt
aber auch viele andere Notsituationen, in denen der geistige und materielle Rückhalt einer
lebendigen Gemeinde zum Segen wird.
Das Kind, das getauft wird, kann selbst natürlich noch kein "Ja" sprechen. Deshalb hat es
Eltern und Paten, die stellvertretend seine Zustimmung ausdrücken. Für den Täufling
sagen sie "Ja" zur Gemeinschaft in der Kirche. Das Besondere dieser Gemeinschaft - und darin
unterscheidet sie sich vom Sportverein oder Stammtisch - ist das gemeinsame Vertrauen darauf, dass
Gott die Menschen auf ihrem Lebensweg begleitet.
Christen glauben an einen menschenfreundlichen Gott, an seine menschliche Gestalt in Jesus Christus
und an seine menschenbewegende Energie im Heiligen Geist. Zu dieser Glaubens-Gemeinschaft und zu
ihrem Gottvertrauen bekennen sich Eltern und Paten.
Das wichtigste "Ja" spricht in der Taufe Gott selbst. Vorbehaltlos sagt er "Ja" zu jedem neuen Kind.
Für ihn gibt es keine ungewollten Kinder. Psychologen weisen heute darauf hin, dass dieses
"Ja" zur Person für die gesunde Entwicklung des Kindes entscheidend ist. Schon in den ersten
zwei Lebensjahren spürt ein Kind intuitiv, ob es erwünscht ist oder nicht. Nur wenn es
ein vorbehaltloses "Ja" erspürt, kann es zu einem starken Charakter heranreifen. Die
Psychologen sprechen in diesem Zusammenhang vom notwendigen Urvertrauen, unsere Großeltern nannten
es früher "Gottvertrauen", das sich im Kind heranbildet.
Aus: Klaus Vellguth, Ins Leben kommen, Aachen
Zeichen und Symbole der Taufe

· Übergiessen mit Wasser
Warum gerade Wasser? Ohne Wasser gäbe es auf unserem Planeten kein Leben. Das erste Leben
entwickelte sich im Wasser, dem Heimatelement der gesamten Schöpfung. Wenn der Täufling
in der Taufe mit Wasser übergossen wird, soll dieses Zeichen an die wirkliche Heimat allen
Lebens erinnern. Die Heimat des getauften Christen ist bei Gott, der am Anfang allen Lebens steht.
Doch das Wasser der Taufe sagt noch mehr. Kein Mensch kann ohne Wasser leben, er würde ohne
Wasser unweigerlich verdursten. Die Nähe Gottes ist für einen Menschen aber genauso
wichtig, um glücklich leben zu können. Wer diese Nähe nicht spürt, wird seelisch
verdorren. Das Wasser der Taufe soll den Menschen erfrischen und vor diesem inneren Vertrocknen
bewahren.
Ursprünglich verband die Kirche noch andere bildkräftige Symbole mit der Taufe. In den
ersten Jahrhunderten wurden fast nur Erwachsene getauft. Bei ihrer Aufnahme in die Kirche tauchte
der Priester sie mit ganzem Körper unter Wasser, um damit den Tod und die Auferstehung Christi
nachzuahmen. Wie bei einer Beerdigung der Mensch ganz von der Erde bedeckt wird, wurde der
Täufling vom Wasser bedeckt. Als er dann aus dem Wasser wieder aufstieg, war er wie Christus
auferstanden. Auch wenn auf dieses Untertauchen bei der Taufe heute verzichtet wird, bleibt das
zentrale Geheimnis: Im Sakrament der Taufe wird ein Mensch neu geboren und der Macht des Todes
entzogen.
· Salbung mit Chrisam
Chrisam ist ein äusserst kostbares Öl, mit dem in der Antike mächtige Herrscher
gesalbt wurden. Nach der Auferstehung nannten die Anhänger Jesu ihren Herrn "Christus", auf
deutsch "der Gesalbte". Diese Bezeichnung war eine ungeheuerliche Provokation, denn die Christen
stellten Jesus damit über alle Herrscher dieser Welt. Und sie setzten noch eins drauf, als sie
begannen, Neugetaufte ebenfalls mit Chrisam, dem Privileg der Herrscher, zu salben. Über alle
Standesschranken setzten sie sich hinweg und sagten: Wer getauft wird, wird Christus ähnlich
und ist vor Gott genauso viel wert wie die Mächtigen dieser Welt.
· Überreichung des weissen Kleides
Beim christlichen Glauben geht's ums Ganze. Die zwanghaften Unterteilungen eines Menschen in Leib
und Seele, Verstand und Gefühl, Kopf und Bauch werden bedeutungslos. Der Kopf, das Herz, das
ganze Leben eines Menschen werden vom Glauben ergriffen. Dies drückt das weisse Kleid aus, das
der Priester dem Kind bei der Taufe anzieht. Wie dieser Stoff den ganzen Menschen kleidet, soll
auch der Glaube den ganzen Menschen umhüllen. Verbunden ist diese Geste auch mit dem Wunsch,
der Täufling möge sich die Reinheit seiner Taufe ein Leben lang bewahren.
· Entzünden der Osterkerze
Der Vater, die Mutter oder ein Pate des Kindes entzünden an der Osterkerze die Taufkerze des
neugetauften Kindes. Die Osterkerze ist ein Zeichen für Christus. Wenn das Licht der Osterkerze
auf die Taufkerze übergeht, drückt die Kirche den Wunsch aus, auch der Täufling
möge sich vom göttlichen Licht anstecken lassen. Dieser Wunsch wird häufig noch mit
einem anderen Zeichen wiederholt: Der Priester oder Diakon berühren Ohren und Mund des Kindes.
· Öffnen von Ohren und Mund
Wenn ein Mensch sich verschließt und selbst nicht mehr mitwirken will, klappt gar nichts. Die
kleinste Mühe erscheint ihm als übermächtige Kraftanstrengung. Auch Glauben kann nur
der Mensch, der dies wirklich will und sich öffnet für Gott. Deshalb bittet der Priester
in der Taufe darum, das Kind möge (Augen und) Ohren offen halten, um sich später einmal
von Gottes Botschaft begeistern zu lassen. Wenn diese Begeisterung das Kind ergriffen hat, wird es
von selbst den Mund öffnen und über seinen Glauben sprechen. Und das "Ja" seiner Eltern
bestätigen, wenn es bei der Erstkommunion und Firmung nach seinem Glauben gefragt wird.
Aus: Klaus Vellguth, Ins Leben kommen, Aachen
Das Taufsakrament in unserer Pfarrei (Handhabung)

Wenn Sie in unserer Pfarrei ein Kind taufen lassen, dann machen Sie zunächst telefonisch einen
Tauftermin mit dem Pfarramt/Sekretariat ab. Bei dieser Gelegenheit werden dann auch gleich
verschiedene Angaben zum Kind, den Eltern und Paten erfragt. Üblicherweise ist die Tauffeier
am Sonntag zwischen den beiden Gottesdiensten, um 10.25 Uhr.
Nähere Auskunft bekommen Sie beim Pfarramt:
Tel. 081 302 11 05 (vormittags),
per email: sekretariat@pfarreibadragaz.ch
oder mit dem Kontaktformular an das Sekretariat